Ortsname


Rumänisch:    Bocșa

Deutsch:        Bokschan

Ungarisch:     Boksanbanya



Basisdaten


Koordinaten: 45° 23’ N, 21° 44’ O

PLZ: 325300

Telefonvorwahl: (+40) 0255

Gemeindeart: Stadt



Lage


Bocsa(Bokschan) hat eine Länge von 8 km und liegt in Süd-Westen

Rumäniens im Kreis Caras-Severin, an der Nationalstraße

58 B Resita-Timisoara (Reschitz-Temeswar) im Tal des Flusses Barzava (dt. Bersau).



Bilder  aus Bokschan












Bevölkerungsentwicklung


Gesamtbevölkerung: 16.911 (2002), 17.168 (2007)

Bei der Volkszählung im Jahr 2002 wurden 15041 Rumänen, 643 Roma, 596 Ungarn, 432 Deutsche,        64 Slowaken, 61 Serben, 28 Ukrainer und 17 Tschechen registriert.



Lokale Organisationen


Das Deutsche Demoktratische Forum Bokschan, Der Ungarnverband(UDMR), Partidul Democrat-Liberal (PDL), Partidul Social-Democrat(PSD), Partidul National-Liberal (PNL)



Kurze Ortschronik


1333 stammt die erste urkundliche Erwähnung von Bokschan (des späteren Bocsa Romana).

Vasiova wurde 1437 dokumentiert.

1534 erwähnte man die Burg Bocsa "castrum Bokcha".

Im 16.und 17.Jahrhundert war Bocsa und die Umgebung unter türkischer Herrschaft. Es wurde hier Kupfer und Eisen abgebaut.

In der Zeit der habsburgischen Herrschaft wurden ab1703 österreichische Bergleute gebracht und die Förderung wiederaufgenommen. Es entwickelte sich das Bergarbeiterdorf Deutsch-Bokschan.

1719 entstand in Deutschbokschan eine Eisenhütte zur Verarbeitung des bei Eisenstein (rum. Ocna de Fier, ung. Vaskö )abgebauten Eisenerzes.

Die erste staatliche Eisenmanufaktur Südosteuropas "Altwerk" wurde gegründet.

1722 wurde die Manufaktur "Neuwerk" errichtet. Hier entstand auch eine Siedlung und diese wurde "Neu-Deutsch–Bokschan" (rum. Bocsa –Montana-Noua,ung:Ujboksanbanya) benannt Immer mehr Eisenerz wurde benötigt und so brachte man auch Eisenerz aus Lupak (rum.Lupac,ung.Kiskrasso) und dem Semenikgebirge herbei.

1723 gab es in Bokschan bereits eine römisch–katholische Pfarrei.

1736 verpachtete die Wiener Hofkammer die Eisenhütte.

1768 hat der Wiener Hof diese wieder übernommen. Anstatt sie zu renovieren, plante man den Aufbau einer Eisenhütte im Bersautal in der Nähe des Dorfes Reschitz.

1773 wurde die Kapelle zu Ehren der "Der Schmerzhaften Glückseeligen Frau" gebaut.

1855 verkaufte der Wiener Hof das Eisenwerk und den Kupferhammer von Deutsch-Bokschan der STEG (der kk. privilegierten Österreichischen Staatseisenbahan-Gesellschaft).

1870 wurde die römisch–katholische Kirche in Neu Werk eingeweiht.

1871-1873 baute man die Eisenbahnstrecke für Industriegebrauch Reschitz–Roman Bokschan-Eisenstein (Ocna de Fier) - Länge 31,3 km.

1874 wurde die Eisenbahnstrecke mit normaler Spurweite zwischen Voiteni ( dt. Voiteg) errichtet.

1896 erzeugte das Wasserkraftwerk aus Deutschbokschan elektrischen Strom. Das Wasser wurde von der Wehranlage Florian (Bründl) durch den Kanal Eruga zugeleitet. Der Kanal wurde schon 1725 genützt und konnte damit die Wasserversorgung der "Florian Eisenhütte" sichern.

Das Eisenwerk verlor an Bedeutung und wurde dem Verfall preisgegeben. 1898 baute man anstelle der Eisenhütte eine Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen.

1908 wurde die Strecke Orawitz- (Jidovin) Berzovia-Bokschan eingeweiht. Nach 1918 gelang Bokschan wie der größte Teil des Banats an Rumänien. Durch den Zusammenschluß von Bocsa Montana und Vasiova entstand nach dem Zweiten Weltkrieg die Gemeinde Bocsa Vasiovei.

1961 vereinigte man Bocsa Vasiovei mit Bocsa Romana und so entstand die Stadt Bocsa (mit den Stadtteilen Bocsa I und Bocsa II ).



Wirtschaft


Wirtschaflich entwickelte sich Bokschan durch die Förderung und Verarbeitung des Eisenerzes um Bokschan und durch das Werk für landwirtschaftliche Maschinen.

1920 wurde die UDR gegründet (Hauptteilnehmer die StEG). Zur UDR gehörte auch die Fabrik für landwitschadliche Maschinen, das Sägewerk, "die Teerfabrik"- Aufarbeitungsanlage für Bitumen, und die Kalkbrennerei in Coltan (Kolczan) bei Bokschan.

In Bokschan gab es noch die Ziegelei des Josef Tuschkan & Comp., die Gerberei und Lederfabrik Hammer, die Lederfabrik der Familie Nicolaevici in Neu Werk ,eine Bierfabrik "das Bräuhaus",die Mühle im Altwerk.

Geschäfte, Gasthäuser, Hotels, eine Badeanstalt, und mindestens 4 Geldinstitute waren auch hier.

"Zum goldenen Hirschen" ( Hotel–Restaurant) hatte ein Kassino, einen Sommergaten, einen Tennisplatz und eine Kegelbahn.

Durch den Beschluß des Arbeits-, Gesundheits und Sozialschutzministerium Nr.46.713 /1931 wurde Bokschan wegen der sauberen, gesunden ozonreichen Luft zum Luftkurort erklärt. Im Sanatorium von Dr.Velicsek wurden Kranke aus Rumänien und aus dem Ausland durch die Heilkraft von Luft, Sonne und Wasser behandelt.

Das "Bründl" und das "Paradies" mit Strandbad und Restaurant waren im Sommer und besonders am Wochenende von den Einheimischen aber auch von den "Luftschnappern" besucht.

"Das Salamihaus" im Mariental (Mähdresch) war auch ein Anzieungspunkt. (50m davon entfernt der See). Während der kommunistischen Zeit baute man die schon dagewesene Fabrik aus, so dass diese und dass das Bergbauunternehmen die wichtichtigsten Arbeitgeber in Bokschan wurden. Nach der Wende verfiel die Wirtschaft und neue Privatunternemehmer versuchen hier einen Anfang zu machen.



Kultur


Die Bibliothek "Tata Oancea"

Das Deutsche Forum Bokschan

Das Kulturhaus der Stadt Bokschan

Das nationale Festival der rumänischen Volksliedsänger "Aurelia Fatu Radutu"

Das zwischenkreisliche Festival der Dichter und Interpreten rumänischer Mundartdichtung "Tata Oancea"



Persönlichkeiten


Corneliu Diaconovici (1859-1823) Verfasser der ersten rumänischen Enzyklopädie

Tiberiu Bottlik (1884-1974) Maler und Bildhauer

Petru E.Oance (Tata Oancea-1881-1991) banater Mundartdichter

Aurelia Fatu Radutu (1029-1972) banater Volksliedsängerin

Karol Loncear (1917-1991) Minister der Schwerindustrie (1958-1962)



Tourismus


Zwischen den zwei Weltkriegen war Bokschan ein bedeutender Luftkurort. Man konnte Spaziergänge ins Bründel und Mariental oder Wanderungen in der Umgebung unternehmen. Begehrte Ausflugziele für das sommerliche Wochenende waren die Vertopia (rum.Vartoape) und Dognatschka (rum. Dognecea)"der große und der kleine Teich".

Sonntag Nachmittag gingen die Bokschaner ins Bründel. Hier verbrachten sie mit der Familie, mit Freunden und Bekannten angehneme Stunden mit eisgekühltem Bier Wein, Krachel oder Himmbeerensaft und unterhielten sich bei life Musik gespielt von Jantschi und seiner Band.

Nach dem Krieg kamen diese gemeinschaftlichen Zusammenkünfte und Unternehmungen aus politischen Gründen ab. Temewararer kamen auch später noch zur Luftkur (Luftveränderung) im Sommer nach Bokschan und bekamen Verköstigung und Unterkunft bei bekannten Familien in Bokschan.

Heute sind die Naturschönheiten von Bokschan und der Umgebung noch immer da. Man muß sie aber nur wieder entdecken lernen.


Sehenswürdigkeiten:

Im Ort: Die Ruinen der Türkischen Burg "Buza Turcului",die Kapelle am Kapellenberg, das Kloster "Sfantul Ilie de la Izvor", der Medresch-See

In der Umgebung: Das mineralogische Museum "Constantin Gruescu"(6 km entfernt), der Vertopia-See (8km entfernt), der Danila-See (km entfernt), die beiden Seen in Dognatschka (24km entfernt)



Anreise


Bokschan kann man aus Temeswar auf der Natinalstraße 58 B Richtung Reschitz erreichen (18km von Reschitz entfernt)



Unterkunft


Pensiunea Insomnia (6 Zimmer, Restaurant, Bar,Terasse), str.Timisorii nr.1, jud.Caras-Severin, Bocsa, Tel. 0255-525486 /0740-069137, E-Mail:olga-bittermann@yahoo.com, Kontaktperson: Olga Bittermann


Pensiunea Stejarul (3 Zimmer mit Einzelbett, 10 Zimmer mit Doppebett, Restaurant, Terasse), str. Medresului, Nr.26, jud.Caras-Severin, Bocsa, Tel. 0255-555300/0745319274;0744780646, E-Mail:bocsa_marian@yahoo.com, Kontaktperson: Bocsa Geanina


Motel Izvor, str.Izvor nr.51, Bocsa, Tel.0255 555270/074560


Restaurants:

Colta Bocsa, str. Dacia nr.27, Bocsa, Tel. 0255-551108

Figaro, str. Republicii nr.183, Tel.0255-525397



Bibliographie


(aus der Privatsammlung der Erben von Carol Brindza)

Carol Brindza, Date si evenimente din Bocsa (intocmit:23 noiembrie1984)

T.Samoila-C.Brindza, SECOLE DE MINERIT, Contributii privind geologia si evolutia minerituluidin zona Bocsa-Ocna de Fier-Dognecea (RS Romania,Banat,Jud.Caras-Severin)

Carol Brindza, Din trecutul Uzinei metalurgice din Bocsa Montana (7.I.1983)

Banter Berglandeutscher Folge146 / 147 München-Wien,August-September-Oktober Helmut Kulhanek

Historische Wertpapiere aus dem Banter Bergland-ein noch nicht aufgearbeitetes Thema . Teil 7/8



Linksammlung


Banaterra, Enciclopedia Banatului

Istoria Banatului, Blogul lui Mircea Rusnac




Eine Dokumentation zusammengestellt von Ada Lovasi


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